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Pressemitteilung 213/2011 vom 08.08.2011

Bereich: Wissenswertes, Ratgeber
Sachgebiet: Medizin und Gesundheitswissenschaften

Uncool aber wahr - Adipositas bei Jugendlichen steigend

 

Ein übergewichtiger Jugendlicher bei den Eingangsuntersuchungen in der IFB Adipositas-Ambulanz für Kinder und Jugendliche am Universitätsklinikum Leipzig.<br />
Foto: Blüher/UL
Ein übergewichtiger Jugendlicher bei den Eingangsuntersuchungen in der IFB Adipositas-Ambulanz für Kinder und Jugendliche am Universitätsklinikum Leipzig.
Foto: Blüher/UL

Anlässlich des Internationalen Tages der Jugend (12. August) weist das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen darauf hin, dass die Zahl der Jugendlichen mit Adipositas stark zugenommen hat.


Eine Studie von Dr. Susann Blüher, Leiterin der IFB Forschungsgruppe "Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kinder- und Jugendalter", konnte anhand der Daten von über 460.000 Mädchen und Jungen zwischen vier und 16 Jahren zeigen, dass in der Altergruppe der 12- bis 16-Jährigen Übergewicht und Adipositas im Zeitraum 2000 bis 2008 signifikant zugenommen hat. Bei Jungen stieg der Anteil von 15,4 auf 21,3 Prozent, bei Mädchen von 17,4 auf 20,9 Prozent. Im Gegensatz dazu ging im selben Zeitraum bei Kindern von vier bis sieben Jahren die Zahl Übergewichtiger zurück, wäh-rend sie bei den Acht- bis Elf-Jährigen immerhin stagnierte. Verschiedene internationale Studien kamen für Kinder und Jugendliche zu ähnlichen Ergebnissen. Für Deutschland lieferte bereits die Kinder- und Jugendstudie (KIGGS, 2003-2006) des Robert-Koch-Instituts alarmierende Zahlen: 17 Prozent der 14- bis 17-Jährigen sind übergewichtig und 8,5 Prozent sogar adipös. Im Vergleich zu den Daten von 1985 bis 1999 ist die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen um die Hälfte gestiegen.

Mit der IFB AdipositasAmbulanz für Kinder und Jugendliche bietet das Universitätsklinikum Leipzig eine zentrale Anlaufstelle für junge Patienten sowie deren Eltern. "Die größte Hürde in der Therapie Jugendlicher ist die mangelnde Motivation, ihre Lebensgewohnheiten dauerhaft zu ändern, obwohl sie ihr Problem kennen und verstehen. In dieser Lebensphase stürmt so viel Neues auf die jungen Leute ein, dass sie für die Bewältigung dieses Problems nicht genug Kraft und Ausdauer zu haben scheinen", so Blüher. Die gesundheitlichen Folgen von Adipositas im Kindes- und Jugendalter sind gravierend. Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, betont, dass "gerade bereits in jungen Jahren die Grundlage für die Entstehung von Typ 2 Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Artherosklerose und vielen anderen sogenannten Zivilisations- und Alterserkrankungen gelegt wird." Das Behandlungsangebot von IFB Ambulanz und Kinderklinik für adipöse Kinder und Jugendliche "ist ein vielfältiges, auf den jeweiligen jungen Patienten und seine Familie individuell ausgerichtetes Therapieprogramm. Dazu gehören Sportangebote, Ernährungsberatung sowie psychologische und Familien-Beratung". Um an die Wurzel des Problems zu kommen, spricht Prof. Kiess den Betroffenen Mut zu: "Es gilt, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern langfristig und geduldig das Problem Adipositas anzupacken."

Quelle:
Age-specific stabilization in obesity prevalence in German children: A cross-sectional study from 1999 to 2008. Blüher S, Meigen C, Gausche R, Keller E, Pfäffle R, Sabin M, Werther G, Odeh R, Kiess W., Int J Pediatr Obes. 2011 Jun;6(2-2):e199-206. Epub 2010 Nov 23.

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung integriert werden können. Am IFB AdipositasErkrankungen gibt es derzeit über 40 Forschungsprojekte. Das IFB wird das Feld der Adipositasforschung und -behandlung in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen.

Die IFB Ambulanz befindet sich in der Liebigstraße 20a in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Leipzig. Untersuchungstermine können telefonisch über +49 341 97-26242 vereinbart werden.


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letzte Änderung: 28.07.2014 

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Doris Gabel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IFB
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Stellv. Wissenschaftl. Leiter des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen
Prof. Dr. Wieland Kiess
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