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E-Learning

Qualitätsmanagement im E-Learning
Die Arbeitsgruppe E-Learning-Service übernimmt für verschiedene Projekte zur Erstellung von E-Learning-Inhalten für die Weiterbildung (z. B. im Rahmen der aktuellen ESF-Förderrunde) mit einer Kooperationsvereinbarung die Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle.
Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung sind die zentralen Ziele von Evaluationsvorhaben. Evaluation im Kontext von Bildungsmaßnahmen kann verschiedene Funktionen erfüllen. Je nach Funktionen der Evaluation erweisen sich unterschiedliche Methoden als geeignet: Eine nach außen gerichtete strategisch-politische Funktion, eine nach innen gerichtete Kontroll- und Entscheidungsfunktion sowie eine Erkenntnisfunktion.
Je nach Zielsetzung der Evaluation werden zwei grundsätzliche Anwendungsformen von Evaluation unterschieden: die formative Evaluation zielt auf eine entwicklungsbegleitende Optimierung eines Lernangebots. Dagegen ist die summative Evaluation eine abschließende Bewertung einer bereits implementierten Bildungsmaßnahme.
Anwendung von formativer Evaluation: Gerade bei der Planung und Entwicklung von virtuellen Bildungsprodukten ist ein Mindestmaß an formativer Evaluation wichtig, weil eine zeitliche und räumliche Distanz zwischen Konzeption und Entwicklung der Studienmaterialien und Nutzung durch die Lernenden liegen und die lange Planungs- und Entwicklungszeit für das Lehrangebot die Gefahr von Fehlentwicklungen bergen. Methoden: Formative Evaluation geht in der Regel mit weniger aufwendigen, flexiblen, informellen Methoden einher. Methodisch nach vielen Seiten abgesicherte Untersuchungen sind entwicklungsbegleitend kaum zu realisieren. Zudem sind die Ziele formativer Evaluation, das Finden von Schwachstellen und die Optimierung des Lernangebots. Dazu genügen wenige Versuchspersonen. Auch evaluiert man häufig nicht das gesamte Lehrmaterial, sondern nur jene Teile, die besonders wichtig sind oder die besonders kritisch erscheinen.
Summative Evaluation setzt zumeist am bereits fertig entwickelten Lehrangebot an, wenn dieses implementiert wird. Die Funktion besteht in erster Linie in der abschließenden Bewertung der Wirkung und des Nutzens des Lehrangebots. Damit steht summative Evaluation der Idee der Qualitätskontrolle nahe. Jedoch können ihre Ergebnisse natürlich auch für die Weiterentwicklung des jeweiligen Lehrangebots genutzt werden, allerdings zumeist eher indirekt bzw. mittel- bis langfristig.
Methoden: Summative Evaluation ist meist an ein methodisch aufwendiges Vorgehen gekoppelt. Die explizite und systematische Anwendung empirischer, sozialwissenschaftlicher Forschungsmethoden soll zeigen, dass die beobachteten Effekte eines Programms wie etwa Wissenszuwachs, Lernerfolg, eine bestimmte Nutzen-Kosten-Relation etc. möglichst eindeutig auf das betreffende Programm zurückgeführt werden können. Allerdings wird man auch bei summativer Evaluation die methodische Stringenz nur selten erreichen, die notwendig ist, um beobachtete Effekte einem bestimmten Programm oder dessen Komponenten mit hoher Wahrscheinlichkeit zuschreiben zu können.
Die DIN PAS 1032-1 (PAS = Public Available Specification): Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung von E-Learning, Referenzmodell für Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung, Planung, Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Bildungsprozessen und Bildungsangeboten; enthält ein Referenzmodell zur Beschreibung des Entwicklungsprozesses von Bildungsangeboten und ein Referenzmodell zur Qualitätsbewertung von E-Learning-Produkten.
Hauptschritte der DIN PAS 1032-1
Ein Vorgehensmodell für die Erstellung von E-Learning-Angeboten
- Anforderungsermittlung (Ermittlung des Bedarfs, der Ziele und der Anforderungen der Stakeholder = alle an einem Bildungsprojekt Beteiligten; Anbieter und Nutzer)
- Rahmenbedingungen (Ermittlung der Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Bildungsangebots; Analyse des externen Kontextes, der personellen Ressourcen, Zielgruppe, des organisatorischen und institutionellen Kontextes, Termin und Budgetplanung sowie Ausstattung)
- Konzeptionsphase (Lernziele, inhaltliche Konzeption, didaktische Konzepte und Lernszenarien, Rollen und Aktivitäten, technische Konzeption, Entw. des Medien- und Interaktionsdesigns, Medieneinsatz, Kommunikationsmöglichkeiten und -formen, Tests und Prüfungen, Wartung, Pflege und Aktualisierung der Lernressourcen)
- Produktionsphase (Umsetzung der Konzeptionen in Produktstrukturen und Produkte) Inhaltliche Realisierung der Lerninhalte, Designumsetzung, Medienproduktion und –bearbeitung, technische Realisation, Pflege und Aktualisierung der Lernressourcen
- Einführung (Überführung der Lernressource von der Entwicklungs- in die Betriebsumgebung) Test der Lernressourcen, Anpassung der Lernressourcen, Freigabe der Lernressourcen, Organisation des Betriebs und der Nutzung, Einrichtung der technischen Infrastruktur
- Durchführung (und Nutzung des Bildungsangebots) Administration, Lern,- Unterstützungs- und Transferaktivitäten, Überprüfung von Kompetenzniveaus
- Evaluation (systematische Untersuchung der Verwendbarkeit bzw. der Güte eines Bildungsangebots unter unterschiedlichen Kriterien) Planung, Umsetzung des Evaluationsplans, Auswertung der ermittelten Messdaten, Optimierung von Produkten und Prozessen


