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Forschungsschwer- punkt: Biodiversität

Forschungsschwerpunkt Biodiversität
Biodiversität und ökologische Dienstleistungen
Der Forschungsschwerpunkt untersucht die Konsequenzen des weltweiten Verlusts an Biodiversität für die Nutzung von ökologischen Dienstleistungen durch den Menschen.
Der Begriff Biodiversität bezeichnet die Vielfalt der biologischen Arten, ihrer genetischen Ausstattung sowie die Vielfalt und Komplexität der von ihnen gebildeten Gemeinschaften. Diese Vielfalt ist gleichzeitig Produkt und Rohstoff der Evolution und eine der auffälligsten Eigenschaften unserer Biosphäre. Obwohl die Inventarisierung und Erklärung der Biodiversität ein zentrales Programm der Lebenswissenschaften seit Jahrhunderten ist, hat die Erforschung ihrer Wirkung auf Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen gerade erst begonnen.
Derzeit verursacht die Spezies Mensch das sechste große Massenaussterben der Erdgeschichte und voraussichtlich auch das intensivste. Nach konservativen Schätzungen wird unser Planet in den nächsten 200 Jahren etwa die Hälfte seiner ca. 14 Millionen biologischen Arten verloren haben. Angesichts dieses Ausmaßes der Biodiversitätsvernichtung stellt sich die Frage, ob die Biosphäre die ökologischen Funktionen und Dienstleistungen, die wir Menschen in Anspruch nehmen, in Zukunft noch bereitstellen kann. Die globale Relevanz dieser Fragestellung wurde mit dem Millennium Ecosystem Assessment 2005 der Vereinten Nationen und der Einrichtung des Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services 2010 unterstrichen.
Der Forschungsbereich, der auch Partner des Universitätsverbunds Halle-Wittenberg-Jena-Leipzig sowie zahlreicher außeruniversitärer Institute integriert, adressiert diese Frage auf interdisziplinäre Weise, auf unterschiedlichen Skalen und von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung. Mit einem weltweit einmaligen Netzwerk von ökologischen Großversuchen in terrestrischen Systemen, etliche davon DFG- oder EU-finanziert, wird der Einfluss verschiedener Facetten von Biodiversität auf eine Vielzahl von Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen quantifiziert und zugrundeliegende Wirkungsmechanismen identifiziert. Eine neue Forschungsplattform des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung - UFZ erlaubt die Analyse dieser Zusammenhäng unter den Bedingungen eines simulierten Klimawandels. Die Skalierung der Ergebnisse auf den regionalen und globalen Maßstab erfolgt mit Hilfe von globalen Datenbanken, Fernerkundungstechnologie und Erdsystemmodellierung. In interdisziplinären Projekten werden biotechnologische, ökonomische sowie politische Strategien zur Bewahrung und zur nachhaltigen Nutzung von Biodiversität entwickelt. Nach positiver Vorevaluierung wurde ein Vollantrag zur Etablierung des siebten DFG-Forschungszentrums (Deutsches Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung iDiv) am 18. November 2011 eingereicht.

