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Pressemitteilung 038/2017 vom 16.02.2017

Bereich: Forschung
Sachgebiet: Psychologie

Jobwechsel: Ziele setzen, Schritte planen, nicht lange grübeln

Arbeitspsychologe Hannes Zacher zum Umgang mit beruflichen Veränderungen

 

Prof. Dr. Hannes Zacher<br />Foto: Universität Leipzig
Prof. Dr. Hannes Zacher
Foto: Universität Leipzig

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist derzeit so hoch wie nie zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Viele von ihnen zählen zu Jobwechslern. Deutsche Fachkräfte wechseln laut einer Umfrage im Schnitt alle vier Jahre ihren Arbeitgeber. Wenn Arbeitnehmer eine neue Stelle suchen wollen oder müssen, stehen sie vor vielen Herausforderungen. Wie beruflichen Veränderungen erfolgreich gemeistert werden, erklärt Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig.


Herr Zacher, was würden Sie Arbeitnehmern raten, die sich beruflich verändern möchten, aber nicht den Mut dazu finden?

Zacher: Eine berufliche Veränderung will gut überlegt sein -- informieren Sie sich deshalb möglichst ausführlich und planen Sie wichtige Schritte im Voraus. Überlegen Sie, welche persönlichen Ressourcen Ihnen zur Verfügung stehen, zum Beispiel Erfahrung, Ersparnisse, Energie, soziale Unterstützung, und sprechen Sie mit Freunden und Familie über Ihre Wünsche und Ziele. Trauen Sie sich zu, Ihrer Berufung zu folgen. Unrealistische Fantasien zu beruflichen Veränderungen sollten aber besser Fantasien bleiben.

Was können Jobwechsler tun, damit ihnen der Einstieg im neuen Job möglichst leicht fällt? Und wie können Vorgesetzte und Kollegen dafür sorgen, dass sich der oder die Neue im Team schnell wohlfühlt?

Zacher: Neue Mitarbeiter sollten sich aktiv bemühen, Informationen über ihre neue Arbeit zu sammeln und Feedback von Kollegen und Vorgesetzten einzuholen. Was muss ich tun, um meine Arbeit gut oder noch besser auszuführen? Wer sind wichtige Ansprechpartner für mich im Unternehmen? Weiter ist es wichtig, sich über die eigenen Erwartungen an den beruflichen Wechsel im Klaren zu sein - sonst folgt auf die "Flitterwochen" nach dem Wechsel bald ein "Kater". Vorgesetzte sind dafür verantwortlich, eine effektive Einarbeitung und notwendiges Training sicherzustellen. Kollegen sollten neuen Mitarbeitern positives Feedback geben und sie vertrauensvoll in das neue Umfeld einbeziehen.

Berufliche Veränderungen sind nicht immer freiwillig - etwa bei befristeten Verträgen oder Kündigungen - wie gehen Betroffene am besten mit dem Druck um, eine neue Stelle finden zu müssen?

Zacher: Die Forschung zeigt, dass unfreiwillige berufliche Veränderungen in der Tat als belastender wahrgenommen werden als freiwillige Veränderungen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und persönlichen Ressourcen und nicht auf mögliche Hindernisse und Schwächen. Zeigen Sie Eigeninitiative anstatt über Ihre Lage zu grübeln. Setzen Sie sich realistische Ziele und planen Sie Ihre Bewerbungsstrategie. Soziale Unterstützung ist sehr wichtig - vertrauen Sie sich Freunden und Familienmitgliedern an.

Hinweis: Hannes Zacher ist einer von mehr als 150 Experten der Universität Leipzig, auf deren Fachwissen Sie mithilfe unseres Expertendienstes zurückgreifen können.

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letzte Änderung: 24.02.2017 

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