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Nachricht 195/2016 vom 20.07.2016

Bereich: Forschung, Publikationen, Statements
Sachgebiet: Gesellschaft, Politik, Psychologie

Buch "Vom KZ zum Eigenheim" erschienen

 

"Vom KZ zum Eigenheim. Bilder einer Mustersiedlung" ist der Titel eines Buches, das kürzlich erschienen ist. Geschrieben wurde es von Sozialforscher PD Dr. Oliver Decker vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig und Leiter der gerade veröffentlichten Studie "Die enthemmte Mitte". Illustriert wurde das im Klampen Verlag in Springe erschienene Werk von den Fotografen Falk Haberkorn und Frank Berger.


Seit mehr als vierzehn Jahren analysieren die "Mitte-Studien" der Universität Leipzig unter anderem die Entwicklung ausländerfeindlicher Tendenzen in allen Bevölkerungsschichten Deutschlands. Allein 2015 brannten in Deutschland mehr als 100 Flüchtlingsheime, auf mehr als 1000 wurden Anschläge verübt. Sozialforscher Decker nimmt einen Brandanschlag in der sachsen-anhaltischen Gemeinde Tröglitz zum Anlass, um in dem Buch die Gegenwart und die historischen Wurzeln des Rechtsextremismus zu untersuchen. Er und die Fotografen Frank Berger und Falk Haberkorn bieten in dem Buch Einblicke in die Gegenwart deutscher Geschichte.

"Bundestagspräsident Lammert weist empört jede Anspielung auf Blut und Abstammung zurück - wenn sie vom türkischen Präsidenten kommt", sagt Decker. Mit Blick auf die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) stellt der Wissenschaftler jedoch fest, dass diese Einstellung auch in der deutschen Politik um sich greift. Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland etwa habe vom "Zustrom raum- und kulturfremder Menschen" gesprochen. "Migration wird immer häufiger als Bedrohung des ,Volkes’ gegen ,Überfremdung’ wahrgenommen", stellt Decker in dem Buch fest. Am Beispiel der Gemeinde Tröglitz sei gut erkennbar, wie präsent das "völkische Denken" in Deutschland wieder ist - und wahrscheinlich über die Jahre immer schon war, meint der Sozialpsychologe der Universität Leipzig.

Leser des Buches "Vom KZ zum Eigenheim" bekommen durch Deckers Analysen und die passenden Fotos ein Bild von diesen Ideologien. Die Resultate der seit 2002 in den "Mitte"-Studien vorgelegten Langzeituntersuchung werden an einem Beispiel konkret. Seit 2002 ist Decker Mitherausgeber der Leipziger Studien zum Rechtsextremismus in Deutschland.

An der Universität Leipzig werden seit 2002 alle zwei Jahre bevölkerungsrepräsentative Befragungen zur politischen Einstellung durchgeführt. Von 2006 bis 2012 entstanden Studien in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und sind seitdem als "Mitte-Studien" bekannt. Seit 2014 führen die Universität Leipzig und die Friedrich-Ebert-Stiftung jeweils eigene Mitte-Studien durch.

Das Buchprojekt wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.

"Vom KZ zum Eigenheim" ISBN 978-3-86674-541-4

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Buch "Vom KZ zum Eigenheim" erschienen

letzte Änderung: 26.03.2017 

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