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Pressemitteilung 309/2005 vom 13.09.2005

Bereich: wissenschaftliche Tagungen
Sachgebiet: Medizin / Gesundheitswissenschaften, Sportwissenschaften

In Bewegung bleiben: Sport nach dem Schlaganfall

 

Spezielle Sportübungen sind bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten oft unverzichtbar. Auf dem 2. Praxistag "Sport nach Schlaganfall" werden bewährte und neue Therapiemethoden vorgestellt und in mehreren Referaten und Arbeitskreisen ausführlich behandelt. Organisiert wird die eintägige Veranstaltung vom Sächsischen Behinderten- und Versehrtensportverband, der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.

Zeit: 17.09.2005, 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Ort: Sportwissenschaftliche Fakultät
Jahnallee 59
Hörsaal Nord, Mehrzweckhalle, Gymnastikhalle und Schwimmhalle

Anmeldung: Pausenhalle Nord


Das Thema des Praxistages lautet, angeregt durch den aktuellen Trend in der Schlaganfallrehabilitation, "Schlaganfall und neue Übungswege". Sportlehrer mit Spezialisierung Rehabilitation oder Sporttherapie, aber auch Therapeuten, Ärzte wie Neurologen und Allgemeinmediziner, Übungsleiter und Studierende der Sportwissenschaft sind dazu eingeladen, in Arbeitskreisen verschiedene Methoden der Behandlung durch Sport kennen zu lernen.

Unter der Leitung von Norman Sieg wird das Thema "Tai - Yo - Chi ® für Schlaganfall-Betroffene" behandelt. Diese Verbindung von Taiji, Yoga und QiGong hilft Körper, Atem und Geist zur Lenkung und Sammlung von Energie im Sinne von Rehabilitation, Therapie und Prävention einzusetzen. Bei Schlaganfallpatienten trägt die regelmäßige Übungspraxis zur Minderung von Risikofaktoren und zur Vermeidung eines erneuten Infarktes bei. Auch andere Beschwerden, zum Beispiel an Gelenken oder der Wirbelsäule, können durch die Tai - Yo - Chi ®-Praktiken gelindert werden und sind somit nicht nur für vom Schlaganfall Betroffene interessant. Im Rahmen des Praxistages wird eine spezielle Bewegungssequenz erarbeitet, die erste Wirkungen eindrucksvoll sichtbar macht.

In einem zweiten Arbeitskreis stellen Yvonne Vogel und Carina Lätsch "Bewegungs- und Kognitionsspiele modifiziert und differenziert in der Sportstunde" vor. Hier wird es um koordinative Bewegungsspiele gehen, die sowohl gruppendynamische Prozesse stärken als auch die Fähigkeiten des Einzelnen optimal fördern und somit Freude an Sport und Spiel bewirken. Im Arbeitskreis wird versucht, Wahrnehmungsstörungen von Schlaganfall-Betroffenen für jeden erlebbar zu machen und Wege zu finden, die Aufmerksamkeit der Patienten durch geeignete spielerische Aufgaben zu erreichen.

In einer dritten Arbeitsrunde steht das Thema "Aquajogging nach Schlaganfall - Gehtraining im Tiefwasser zur Verbesserung der Mobilität an Land" im Vordergrund. Dr. Grit Schöley wird Bewegungsübungen im Wasser für Schlaganfallpatienten vorstellen und Vorteile wie die Erprobung von Gleichgewichtsreaktionen, Bewegungsvarianten und Gangschemata aufzeigen. Muskeln und Gelenke werden durch das Gehen in Tiefwasser - mit Auftriebsgürtel - geschont, gleichzeitig aber gekräftigt. Für Teilnehmer des Arbeitskreises stehen gemeinsame Übungen und das Ausprobieren von Geräten ebenso auf dem Programm wie der fachliche Austausch.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Er ist der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Neben der körperlichen Beeinträchtigung leiden die Betroffenen häufig auch unter Störungen der Wahrnehmung und/oder seelischen Problemen. Oft sind soziale Probleme die Folge.

Sport nach einem Schlaganfall fördert auf spielerische Weise die Bewegung und Wahrnehmung, sorgt für neues Selbstbewusstsein und neue soziale Kontakte der Betroffenen. Er ist somit wichtiger Bestandteil der gesamten Rehabilitation.

Friederike Haupt


letzte Änderung: 24.07.2016 

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