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Pressemitteilung 299/2011 vom 03.11.2011

Bereich: Forschung
Sachgebiet: Psychologie

Humor macht gesund

 

Unter dem Titel "Humor macht gesund" arbeitete ein Team von Psychologie-Studierenden der Universität Leipzig an einem Forschungsprojekt, das im Rahmen des Wissenschaftsjahres Gesundheitsforschung durch das Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Grundlage für die nun veröffentlichten Erkenntnisse zum Forschungsobjekt "Humor und Gesundheit" waren umfangreiche Umfragen sowie Workshops mit insgesamt 340 Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 16 Jahren.


Das überraschendste Ergebnis ergab sich aus den Umfragen. "Negativer, aggressiver Humor seitens der Lehrenden führt zu weniger Mobbingvorkommnissen in der Klasse", berichtet Studienleiterin Tabea Scheel, Doktorandin am Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der Uni Leipzig. Die Psychologen vermuten nun, dass dieser Humor-Stil potentielle Mobber in der Klasse abschreckt oder dieser Humor als Situation empfunden wird, in der diese Lehrer "die Klasse im Griff haben". Scheel weiter: "Wir wussten, dass sich sozialer und selbstaufwertender Humor positiv auf die Gesundheit auswirken und das Lernen fördern können. Dass aber der negative Humor in einer leichten Form tatsächlich Mobbingsituationen verringert, ist neu. Daran werden wir in den nächsten Forschungsprojekten weiter arbeiten."

Gleichwohl hieße das nicht, dass nun negativer Humor seitens der Lehrenden sinnvoll für Schulen sei. "Insbesondere unsere Experimente in den Workshops ergaben ganz deutlich, dass selbstabwertender und aggressiver Humor alles andere als gesundheitsförderlich ist", so Masterstudent Mario Csonka. Die Workshops in den Klassen wurden durch zahlreiche Experimente unterstützt. So führten die "Was ist Humor"-Macher eigens produzierte Videofilme zu vier Humorstilen vor und zeigten mittels Blutdruckgeräten, dass es einen Zusammenhang von Humor und Puls gibt. "Hoher Puls geht mit weniger Kreativität einher", eine Erkenntnis, die insbesondere für Schüler interessant sein dürfte. Scheel weiter: "Wir maßen den Puls von Schülerinnen und Schülern, und stellten fest, dass jene die entsprechend der Umfrage-Auswertung ein großes Humorpotenzial besitzen prinzipiell niedrigeren Puls hatten, als Schülern mit wenig oder nur negativem Humorpotenzial".

Ein weiteres Ergebnis betrifft die Schlafgewohnheiten. Im Abgleich der Umfragen war auch in dieser Studie festzustellen: "Menschen mit negativem Humor, die dazu neigen, sich im Humor selbst zu degradieren oder abzuwerten, haben zumeist Schlafprobleme", erläutert Tabea Scheel weiter.

Zur Studie "Humor macht gesund" gehört, neben den Workshops, die den Schülerinnen und Schülern anschaulich Humor auf wissenschaftlich-gesundheitlicher Ebene nahe brachten, auch die Auswertung der Ergebnisse. Deshalb stehen diese Ergebnisse ab dem 3. November unter einer Web-Adresse zur öffentlichen Einsicht. Das Team von Psychologie-Studierenden um die Doktorandin Tabea Scheel wird in Kürze ein letztes Mal in die befragten Klassen gehen, um auch dort die Ergebnisse vorzustellen. Auch den Eltern der Befragten wird ein Informationsangebot unterbreitet.

Die Ergebnisse der Auswertung werden unter www.uni-leipzig.de/~apsycho/humor.pdf auf der Homepage des Instituts veröffentlicht.

"Humor macht gesund" ist Gewinner beim Wettbewerb für Studierende "Was macht gesund?" im Wissenschaftsjahr 2011 - Forschung für unsere Gesundheit und wurde mit 10.000 Euro für die Umsetzung prämiert. Das Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog sowie zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur ausgerichtet.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie den Preisträgerinnen und Preisträgern finden Sie unter: www.was-macht-gesund.de.

Pressekontakt zum Wettbewerb des BMBF:
Wettbewerbsbüro - Wettbewerb für Studierende des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
c/o wbpr / Schumannstraße 5
10117 Berlin
Telefon: +49 30 2887610
Telefax: +49 30 28876111
E-Mail: info@was-macht-gesund.de


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letzte Änderung: 29.11.2014 

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