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Pressemitteilung 016/2011 vom 02.02.2011

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Entscheidungshilfen für Online-Händler

 

Forscher des An-Instituts für Angewandte Informatik der Universität Leipzig sind an einem neuen Projekt zur Erforschung komplexer Wirkungsbeziehungen im Online-Handel beteiligt. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Vorhabens ist die Entwicklung von Simulationswerkzeugen für Shop Manager.


Ein kritisches Problem für Online-Händler bei der Steuerung komplexer E-Commerce-Systeme besteht in der Abschätzung wirtschaftlicher und technischer Entscheidungswirkungen. Häufig müssen innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen getroffen werden, die durch vielfältige Wirkungsbeziehungen weitreichende Auswirkungen auf erfolgswirtschaftliche Kennzahlen wie Umsatz und Kosten haben, aber für den Shop Manager schwer abschätzbar sind.

Im kürzlich gestarteten Forschungsprojekt "SimProgno" wird diese Problemstellung erforscht und nach geeigneten Lösungsansätzen zur simulativen Prognose von Entscheidungen gesucht. Das Projekt wird vom BMBF-Programm IKT2020 seit Dezember 2010 bis November 2012 gefördert.
Ziel von "SimProgno" ist es, die Wirkungsbeziehungen im E-Commerce zu erfassen, quantifizierbar zu machen und so die Simulation der Entscheidung hinsichtlich der Auswirkung auf relevante Kennzahlen zu ermöglichen. Der Shop Manager kann somit bereits vorab seine Entscheidungen testen und so gegebenenfalls alternativ entscheiden. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen mit geringerer Online-Erfahrung und hohen Rentabilitätsanforderungen profitieren von der dadurch erreichten Sicherheit.

Beispielhaft ist die Fragestellung von Interesse, wann und unter welchen Umständen sich die Einführung von Kreditkartenzahlung in einem E-Shop lohnt. Soll diese Zahlungsmethode angeboten werden, so muss eine neue Softwarekomponente implementiert werden, wobei der funktionale Bestandteil der Kreditkartenabrechnung oft von einem externen Dienstleister als Service über eine Schnittstelle zur Verfügung gestellt wird. Weiterhin fordern die Kreditkartendienstleister eine Prüfung der Kundenzuverlässigkeit zur Absicherung der Bezahlung, was im E-Shop eine zusätzliche Investition und Service-Anbindung eines anderen Dienstleisters nach sich zieht. Die technische Einbindung der zusätzlichen Services in den E-Shop wirkt sich meist nachteilig auf die Gesamtverfügbarkeit aus (u.U. ist der E-Shop kurzzeitig offline usw.). Dies kann einen Umsatzverlust zur Folge haben. Gleichzeitig wird die neue Zahlungsmethode jedoch neue Kunden anlocken, was wiederrum zu einer Umsatzsteigerung führt.
Dabei ist zu beachten, dass Bestandskunden von bestehenden Zahlungsmethoden zur Kreditkartenabrechnung umstellen werden. Die Geschäftsmodelle der anderen Abrechnungsarten, die i.d.R. transaktionsbasiert sind und deren Preis von der Menge der jährlichen Transaktionen abhängt, können somit negativ beeinflusst werden. Das Verhalten der Kunden, bezogen auf die Vorliebe der Abrechnungsarten, ist länderspezifisch sehr unterschiedlich. Insgesamt betrachtet, erfordert die Implementierung der Kreditkartenzahlung einen bestimmten Investitionsaufwand, welcher nur durch zusätzliche Einnahmen gerechtfertigt werden kann.

Als Projektpartner sind zum einen aus der Wissenschaft die Forschungsgruppe Service Science and Technology des Instituts für Angewandte Informatik e. V. (InfAI) und zum anderen der Lehrstuhl Softwaretechnik der Friedrich-Schiller-Universität Jena vertreten. Wirtschaftlicher Anwendungspartner mit langjähriger Erfahrung im E-Commerce-Markt ist die Intershop Communications AG.

Weitere Informationen sind auf der Projekthomepage www.simprogno.de zu finden.


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letzte Änderung: 25.10.2014 

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