Nachrichten  

Pressemitteilung 307/2009 vom 09.11.2009

Bereich: öffentliche Veranstaltungen
Sachgebiet: fachübergreifend

Neues zum Auszug der Magister und Studenten aus Prag nach Leipzig 1409

 

Mit neuen Aspekten des "Auszugs der Studenten und Magister der sächsischen, bayrischen und polnischen nationes aus der Universität Prag nach Leipzig im Jahr 1409" beschäftigt sich ein öffentlicher Vortrag von Michal Svatos von der Karls-Universität Prag, den er im Rahmen eines dreitägigen internationalen Workshops des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) der Universität Leipzig hält.

Zeit: 19.11.2009, 20:00 Uhr
Ort: Polnisches Institut
Markt 10
04109 Leipzig


Schon bald nach der Gründung der Prager Universität im Jahr 1348 gemäß dem Vorbild der Universitäten in Bologna und Paris setzten Konflikte zwischen der einheimischen und den sogenannten fremden Universitätsnationen ein. Sie führten zur Entscheidung von König Wenzel IV., die Verhältnisse an der Prager Universität zugunsten der böhmischen natio zu verschieben. Das entsprechende, im Januar 1409 ausgegebene Mandat ging als Kuttenberger Dekret in die Geschichte ein. Es veränderte nicht nur im erheblichen Maße den Charakter der Prager Universität; der gemeinsame Auszug der Magister und Studenten der "fremden" nationes führte auch zur Gründung der neuen Universität in Leipzig und trug damit zur Formierung eines Universitätsnetzes in Mitteleuropa bei.

Michal Svatoš ist ein exzellenter Kenner der Geschichte der Karls-Universität Prag und der Bildungsgeschichte des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit in den böhmischen Ländern insgesamt. Bereits während seiner Promotion 1979 mit einer Arbeit zur Verfassungsgeschichte der Prager Universität im Mittelalter und einer zweiten Kandidatur-Dissertation über "Das Urkundenbuch der Prager Universität 1347/8-1400" arbeitete er im Archiv der Universität. Von 1992 bis 2009 war er Direktor des Instituts für die Geschichte der Karls-Universität.

Sein Vortrag ist Teil eines dreitägigen internationalen Workshops des GWZO anlässlich des 600. Jubiläums der Universität Leipzig mit dem Titel "'an ... wonunge, heusern, collegien ader burßen' (Leipzig 1468). Archäologie und Baugeschichte mittelalterlich-frühneuzeitlicher Universitäten und Hochschulen in Ostmitteleuropa". Historiker, Archäologen und Kunsthistoriker aus Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn werden die Ergebnisse archäologischer und bauhistorischer Forschungen an Universitätsgebäuden des Mittelalters und der frühen Neuzeit vorstellen, die den letzten Jahren vielerorts in Mitteleuropa durchgeführt wurden. Diese Untersuchungen von Bursen, Kollegien und Regentien ergänzen das durch ikonographische und schriftliche Quellen gezeichnete Bild des akademischen Alltags und ermöglichen neue Einblicke in das Leben von Studenten und Professoren dieser Zeit. Eine zusammenfassende Darstellung oder ein breit angelegter Vergleich stehen jedoch bislang noch aus.


Jetzt bookmarken:Facebookgoogle.comdel.icio.usMister WongLinkaARENASiteULike
letzte Änderung: 01.09.2014 

Kontakt

Pressestelle
Tobias D. Höhn
Ritterstraße 26
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35020
Telefax: +49 341 97-35029
E-Mail

Internes PF: 435021

weitere Informationen

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas
Telefon: +49 341 97-35560
E-Mail | Internet

Roman Grabolle
Telefon: +49 341 97-35591
E-Mail