Pressemeldungen  

Nummer: 2012/120 vom 02.05.2012

Bereich: öffentliche Veranstaltungen, Personalia
Sachgebiet: Geschichte

Sonderschau zu Ehren Steindorffs eröffnet - Gedenktafel enthüllt

 

Im Ägyptischen Museum der Universität Leipzig ist am Mittwoch zu Ehren seines Namensgebers Georg Steindorff eine Sonderausstellung über Leben und Werk des bekannten Ägyptologen eröffnet worden. Zudem wurde eine bronzene Gedenktafel am Museumseingang enthüllt. Nach ihm ist neben dem Museum auch das Ägyptologische Institut der Universität benannt. Die Sonderausstellung "Georg Steindorff (1861 - 1951): Stationen eines Lebens" ist bis zum 18. November geöffnet. Ein Gast der Eröffnungsfeier war Thomas Hemer, der aus den USA angereiste Enkel Steindorffs.


"Mein Großvater war ein sehr bescheidener Mann", sagte der 90-Jährige. Ziel Steindorffs sei es gewesen, die Ägyptologie zu fördern. "Das ist ihm gelungen. Das war sein größter Erfolg", betonte Hemer. Universitäts-Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking bezeichnete in ihrem Grußwort das Ägyptische Museum als "besonderes Juwel" der Universität. Mit Blick auf die Emigration des renommierten Wissenschaftlers jüdischer Herkunft in die USA sagte die Rektorin, in der mehr als 600-jährigen Geschichte der Alma mater gebe es Licht und Schatten. Beides müsse aufgearbeitet werden. Der Umgang des Ägyptischen Museums mit dem Erbe Steindorffs sei "beispielhaft". Dieses Erbe öffentlich sichtbar zu machen, sei Teil der Einigung der Universität mit der Jewish Claims Conference (JCC).

Beide Seiten hatten sich im vergangenen Jahr außergerichtlich darauf verständigt, die altägyptische Privatsammlung Steindorffs in Leipzig zu lassen. Sie verabredeten, dass die Universität Leipzig - unter Anerkennung des verfolgungsbedingten Entzugs der Sammlung - den Lebensweg Georg Steindorffs weiter aufarbeitet und veröffentlicht, auf das Schicksal der Familie aufmerksam macht und an ihn an prominenter Stelle erinnert, gerade auch mit Blick auf den Wissenstransfer an Kinder und Jugendliche. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin im Verfahren um die Rückgabe der Steindorff-Sammlung des Ägyptischen Museums eine Klage der Universität Leipzig abgewiesen.

Auf der am Mittwoch enthüllten Gedenktafel ist Steindorff vor den Pyramiden von Gizeh zu sehen. In einem darunter stehenden Text sind die Verdienste des Ägyptologen vor allem für die Universität Leipzig und Informationen über dessen Verfolgung durch die Nazis nachzulesen. Die Sonderausstellung beschreibt das bewegte Leben des Wissenschaftlers von der Kaiser- bis zur Nachkriegszeit. Gezeigt werden neben ausgewählten Ausgrabungsobjekten sowie Briefen mit den dazugehörigen Kommentaren Steindorffs auch persönliche Dinge aus dessen Leben wie Tagebücher, unter anderem mit seinen Reaktionen auf den Tag der deutschen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkrieges.

Ebenfalls am Mittwoch wurde erstmals einer der wichtigen Funde, die durch Steindorffs Wirken ins Museum gelangten, neu präsentiert: der Sarkophag des kleinwüchsigen Hofbeamten Seneb. Eine Nachbildung seiner Grabkammer, die in den vergangenen Monaten im Rahmen einer Kooperation mit der Leipziger Oper entstand, war an diesem Tag erstmals zu sehen. Nach achtjähriger Restaurierung war der 1,5 Tonnen schwere Steinsarg aus Giza, der aus der Zeit um 2600-2500 v. Chr. stammt, im August vergangenen Jahres wieder nach Leipzig zurückgekehrt und ist im Schaufenster des Museums im Krochhaus ausgestellt.

Prof. Dr. Georg Steindorff war seit 1893 Professor und ab 1904 Inhaber des Ägyptologischen Lehrstuhls an der Universität Leipzig. Zwischen 1903 und 1931 unternahm er eigenverantwortlich und im Auftrag der Universität Leipzig Grabungen in Ägypten.


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letzte Änderung: 19.06.2013 

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