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Universitätsjournal

Relaunch des Journals
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
mit der Ausgabe 5/2012 des Journals der Universität Leipzig verabschiedet sich die Redaktion in eine kreative Schaffenspause. Voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters 2013/2014 wird nach inhaltlicher und gestalterischer Überarbeitung des Magazins die nächste Ausgabe erscheinen.
Katrin Henneberg
Chefredakteurin
Universitätsjournal Heft 5/2012
Universitätsgebäude im Spiegel der Zeit
"Mein Leipzig lob ich mir, es ist ein Klein-Paris und bildet seine Leute." Kaum ein anderes Dichterzitat ist in Leipzig lebendiger als dieser Satz, den Johann Wolfgang Goethe im Faust dem Studenten Frosch in Auerbachs Keller in den Mund legte. Die 1409 neu gegründete Universität Leipzig musste mehr als 100 Jahre mit provisorischen Gebäuden zurechtkommen. Erst 1544, mit dem Erwerb des Dominikanerklosters an der Grimmaischen Straße, entstand eine erste, klug genutzte Erweiterungsmöglichkeit für die Universität.
Leipzig war und ist ein teures Pflaster: Jedes von der Universität errichtete Gebäude musste sich für den akademischen Bauherren rechnen – und zudem musste es mit den Gebäuden im Umkreis architektonisch konkurrieren können. Da lag es für die Universität nahe, selbst in Grundbesitz und Immobilien zu investieren, am Bauboom des 19. Jahrhunderts mitzuverdienen und zugleich Erweiterungsflächen langfristig zu planen.
Die innerstädtischen Repräsentationsgebäude bilden bis heute das Herz der Universität: der Campus am Augustusplatz mit seinen 2.600 Hörsaalplätzen, die Bibliotheca Albertina mit rund fünf Millionen Büchern in der Beethovenstraße oder das Rektoratsgebäude, einst als pompöses Stadtquartier für den sächsischen König genutzt.
In den letzten einhundert Jahren entstanden auch ganz neue Wissenschaftsareale. Von funktionalen Erwägungen geprägte Baukomplexe wurden für die Mediziner, die Naturwissenschaftler, die Veterinärmediziner und die Sportwissenschaften errichtet.
Zum Glück ist die Großstadt Leipzig keine museale Puppenstube. Leipzig verändert sich mit seinen Bauten, und die Bauten verändern Leipzig. Neue Nutzungen integrieren alte Strukturen – ohne gelegentlich heftigen Streit und lebhafte Diskussionen auszulassen. Doch der Leipziger Hauptbahnhof, der Zoo, die innerstädtischen Untergrundbahnhöfe des City-Tunnels haben die Leipziger mit notwendigen Veränderungen versöhnt und neuen Stolz auf die eigene Stadt entstehen lassen.
Auch der Campus am Augustusplatz mit seinem Audimax und dem architektonischen Gedenken an die 1968 gesprengte Universitätskirche St. Pauli wird bald in diese neue Traditionslinie gehören. Die Kombinationen aus maßvoller Erinnerung und wohltuender Erneuerung, aus nutzbarer Funktionalität und architektonischer Schönheit sind die Basis für die lebendige Wissenschaftsstadt Leipzig.
Leipzig im Jahre 2012 ist deshalb mehr als nur ein nachgeahmtes "Klein-Paris" - Leipzig gehört heute zu den schönsten und attraktivsten Hochschulstädten in Europa.
Prof. Dr. Beate A. Schücking,
Rektorin


