Nachrichten aus der Universität  


Nachrichtendatenbank

Die Nachrichtendatenbank liefert Ihnen aktuelle Informationen zu Entwicklungen und Ereignissen innerhalb der Universität. Diese sind zugunsten der Übersichtlichkeit in Jahre und Monate aufgeteilt.

Nummer 2011/068 vom 05.07.2011, gültig 05.07.2011 bis 05.08.2011

Bereich: Dezernat 5 - SG Pressestelle

Kitaplatzmangel wird auch für Studenten zum Problem

Die Kassen der Stadt sind leer. Im Gespräch sind nun weitere Einsparungen bei den Kindertagesstätten. Dabei ist die Lage schon jetzt katastrophal. Wer in Leipzig einen Betreuungsplatz für unter 3 jährige sucht, braucht einen langen Atem. Bei Christian Keller, dem Vorstand des Vereins Studentische Eltern Leipzig, gehen mehr und mehr verzweifelte Hilferufe von studentischen Eltern ein. So zum Beispiel ein junges Paar, beide Medizinstudenten, aus Frankfurt, das sein Praktisches Jahr in Leipzig machen wird. Für die einjährige Tochter haben sie bislang nur eine Tagesmutter gefunden, die privat abrechnet und 500 Euro im Monat kosten würde - eine Summe, die sich das studentische Paar nicht leisten kann.

Im Kindergarten des Studentenwerkes, der Plätze ausschließlich für Studierende und Mitarbeiter der Uni bereit hält, bekommen sie keinen Platz, weil sie nur noch ein Jahr studieren werden. Den Bedarf an Betreuung für Kinder von Studenten mit Kind kann auch dieser Kindergarten nicht decken. "Kürzlich hat sich ein anderes studentisches Paar an mich gewandt, das auch nur einen privat zu bezahlenden Tagesvater für 400 Euro gefunden hat. Aber wir können niemandem helfen und das ist sehr frustrierend. Gerade Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen, und eigentlich als gut Qualifizierte dem Arbeitsmarkt bald zur Verfügung stehen könnten, stecken in der Betreuungsfalle. Wer keinen Platz bekommt, bleibt in der Warteschleife und muss sich eventuell vom Studium beurlauben lassen und ALG II beziehen", sagt Keller.

Auf der Tagung der Metropolregion Mitteldeutschlands saß Christian Keller letzet Woche für Leipzig auf dem Podium. Die Tagung hatte sich dieses Mal mit Familienfreundlichkeit befasst. Die Metropolregion Mitteldeutschland, bestehend aus elf Städten, kann insgesamt mit Familienfreundlichkeit auftrumpfen - vor allem im Gegensatz zu westlichen Bundesländern liegt die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen deutlich höher. Während es in der Nachbarstadt Halle kein Problem gibt einen Kitaplatz zu finden, müssen in Leipzig Firmen hochqualifizierte Bewerber mit Kind abweisen, weil sie partout keinen Betreuungsplatz finden. Auch das junge studentische Paar aus Frankfurt wird wohl nicht nach Leipzig ziehen, wenn sie nicht bald einen Platz bekommen. "So wird der Mangel an Betreuungsplätzen zu einem Standortnachteil- auch wirtschaftlich. Leipzig ist familienfreundlich, braucht aber mehr Betreuungsplätze", sagt Keller.


letzte Änderung: 13.02.2013 
Jetzt bookmarken:Facebookgoogle.comdel.icio.usMister WongLinkaARENASiteULike

Ansprechpartner

Susann Huster
Dezernat 5 - SG Pressestelle
Telefon: +49 341 97-35022
E-Mail

weitere Angebote

Suche in allen Nachrichten